Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth unterzeichnete am 22.06.2011 den Appell des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Der Appell richtet sich gegen die diskriminierende Praxis, Asylbewerber/innen im Landkreis Oberhavel lediglich Gutscheine zur Beschaffung von Mitteln des täglichen Bedarfs auszugeben.

Seit dem 1. Juni 2011 boykottieren die Bewohnerinnen und Bewohner des Asylbewerberheimes Stolpe-Süd im Landkreis Oberhavel die Annahme von Gutscheinen für Sachleistungen und fordern die Bargeldauszahlung der Sozialhilfe. Zu Recht, sagt Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth und fordert den Kreistag auf, umzudenken: „Die ohnehin unter dem Existenzminimum liegenden Leistungen für Asylbewerber/innen werden durch die Gutscheinpraxis noch weiter minimiert. Der Einkauf mit Gutscheinen ist für die Inhaber diskriminierend und sollte umgehend abgeschafft werden.“

Die Mehrheit der Brandenburger Landkreise hat die Praxis bereits auf Bargeldauszahlungen umgestellt. Rechtlich ist das möglich und würde zusätzlich Bürokratie abbauen und Einsparungen erwirken.

Auf der Sitzung des Kreistages Oberhavel wurde über einen Antrag zum Wechsel von Gutscheinen auf Bargeldauszahlungen im Asylbewerberheim des Landkreises verhandelt. Dort wurden die Unterschriften des Aktionsbündnisses öffentlich übergeben.

www.aktionsbuendnis-brandenburg.de/appell-bargeld-statt-gutscheine

 

Quelle: diakonie-portal.de